Im Falle eines akuten Cyber-Angriffes auf die eigene IT stehen viele Unternehmen und auch Führungskräfte unter Schock. Eine Ohnmacht, die existenzgefährdend sein kann. In unserem FAQ erfahren Sie, warum Prävention den entscheidenden Vorteil verschafft, was die ersten Schritte des Krisenmanagements bei einem Cyber-Angriff sind, wie Sie ihre Mitarbeitenden für dieses Risiko sensibilisieren und warum Kommunikation in Cyber-Lagen so wichtig ist.
Was ist ein Cyber-Angriff?
Ein Cyber-Angriff bezeichnet eine gezielte und bösartige Handlung, die darauf abzielt, Computersysteme, Netzwerke oder Daten zu kompromittieren, zu beschädigen oder zu stören. Dies kann durch verschiedene Methoden wie Malware-Infektionen, Phishing, Denial-of-Service-Angriffe oder Datenmanipulation erfolgen.
Welche Arten von Cyber-Angriffen gibt es?
Cyber-Angriffe können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, darunter Malware-Angriffe, Ransomware, Phishing-Angriffe, Denial-of-Service (DoS)-Angriffe, Man-in-the-Middle-Angriffe, Zero-Day-Exploits und Social Engineering. Der Digitalverband Bitkom schätzt, dass im vergangenen Jahr acht von zehn deutschen Unternehmen Opfer von Cyberangriffen wurden (Bitkom 2022).
Wer steckt hinter Cyber-Angriffen?
Der Angreifer ist von Fall zu Fall unterschiedlich, weshalb an dieser Stelle keine allgemeingültige Antwort gegeben werden kann. Eine Tatsache ist aber: Während Unternehmen früher hauptsächlich mit Einzeltätern und kleineren Gruppierungen zu kämpfen hatten, stehen ihnen mittlerweile Cyberkriminelle gegenüber, die wie professionell geführte Unternehmen und Netzwerke agieren und ihre kriminellen Fähigkeiten anderen Kriminellen als Dienstleistung zur Verfügung stellen. Wir haben es hier mit „Cybercrime-as-a-Service“ zu tun!
Welche Auswirkungen kann ein Cyber-Angriff haben?
Jenseits der Kommunikationsherausforderungen drohen Unternehmen im Fall eines Cyberangriffs hohe finanzielle Verluste durch Betriebsunterbrechungen oder Lösegeldforderungen, der Verlust sensibler geschäftsrelevanter Daten, ein massiver Reputationsschaden, rechtliche Konsequenzen aufgrund von Datenschutzverletzungen und sogar langfristige Beeinträchtigungen der Geschäftstätigkeit. Mit geeigneten Präventionsmaßnahmen allerdings lassen sich viele dieser Risiken deutlich minimieren!
Welche Auswirkungen kann ein Cyber-Angriff im Hinblick auf die Kommunikation des Unternehmens haben?
Entweder legen Kriminelle die Systeme des Unternehmens lahm oder das Unternehmen stellt sie beim Cyber-Angriff vorsorglich selbst ab. So oder so – nichts geht mehr! Damit verbunden sind meist der unmittelbar fehlende Zugriff auf Stakeholder-Kontaktdaten, darunter Kunden, Lieferanten, Dienstleister und Mitarbeitende, und der fehlende Zugriff auf Kommunikationskanäle. Es fehlen die gewohnten Arbeitsmittel. Für die Koordination und Reaktion auf den Angriff entscheidend sind insbesondere auch die internen Kommunikationskanäle. Deren Wegbrechen beeinträchtigt nicht zuletzt die Effizienz der Krisenbewältigung gravierend. Der Appell, Prävention zu betreiben, richtet sich ganz explizit auch an die Kommunikationsabteilungen der Unternehmen. Eine unvorbereitete Kommunikation wäre ein großes, kumulatives Risiko.
Was ist der erste Schritt, den ein Unternehmen bei einem Cyber-Angriff unternehmen sollte?
Der erste Schritt bei einem Cyber-Angriff ist eine schnelle Reaktion. Das Unternehmen sollte sofort ein IncidentResponse Team einberufen, um den Vorfall zu untersuchen, eine Auswirkungsanalyse durchführen und mit der Bewältigung des Angriffs zu beginnen. Ein effektives Krisenmanagement hilft dabei, die Auswirkungen des Angriffs zu minimieren, den Betrieb schneller wiederherzustellen, das Vertrauen der Betroffenen zu bewahren und zukünftige Angriffe zu verhindern. Zum Krisenmanagement gehört unbedingt auch die professionelle Krisenkommunikation, um gerade in einer Lage der Unsicherheit das Vertrauen der Stakeholder zu erhalten. Kommunikation ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Bewältigung eines Cyber-Angriff-Szenarios.
Was ist eine der größten Herausforderungen in Cyber-Lagen?
In einer Cyber-Lage kommen im Krisenstab verschiedenste Rollen zusammen – mit der Besonderheit, dass in einem solchen Szenario grundsätzlich auch Externe dabei sind – Versicherer, Forensiker, Anwälte. Alle verfolgen eigene Interessen und die stehen sich in der Regel diametral gegenüber! Gleichwohl müssen Entscheidungen getroffen werden.
Wie können sich Unternehmen vor Cyber-Lagen schützen?
Unternehmen können sich vor Cyber-Angriffen schützen, indem sie robuste Sicherheitsmaßnahmen implementieren, einschließlich regelmäßiger Software-Updates, Firewalls, Antivirenprogramme, Schulungen für Mitarbeiter zur Erkennung von Phishing-Angriffen, Sicherung sensibler Daten und Implementierung von Zugriffskontrollen.
Wie kann ein Unternehmen nach einem Cyber-Angriff sein Ansehen wiederherstellen?
Ein Unternehmen kann sein Ansehen nach einem Cyber-Angriff wiederherstellen, indem es transparent mit Kunden und Interessengruppen kommuniziert, Maßnahmen zur Behebung von Sicherheitslücken implementiert, Kompensationsmaßnahmen für betroffene Parteien anbietet und langfristige Präventionsstrategien umsetzt, um zukünftige Angriffe zu verhindern.
Welche “TOP 5” Präventionsmaßnahmen sollten vor einer Cyber-Lage durchgeführt werden?
- Führen Sie eine Business Impact Analyse durch: Welche Faktoren sind für Ihre Unternehmen erfolgskritisch?
- Identifizieren Sie Risiken und Schwachstellen: Was könnte zu einem Ausfall dieser Erfolgsfaktoren führen?
- Erstellen Sie Notfallpläne für Schaden-Szenarien: Wie kann es Ihnen gelingen, schnell in einen modifizierten Normalzustand zurückzukehren?
- Setzen Sie Präventionsmaßnahmen im Hinblick auf die Kommunikation um: Wie wird die Kommunikation mit relevanten Stakeholdergruppen in Cyber-Lagen sichergestellt?
- Üben Sie ein Cyber-Szenario und lernen Sie aus Ihren Erkenntnissen!