In einer akuten Krisensituation sind die meisten Unternehmen auf einen externen Krisenmanagement- und Krisenkommunikationsberater angewiesen. Wie Sie unter hohem Zeitdruck den geeigneten Ansprechpartner finden, auf welche Kompetenzen Sie bei der Auswahl achten sollten und wie hoch der finanzielle Aufwand sein wird, erfahren Sie in unserem FAQ.
Was passiert konkret, wenn ich mich im Bereich der Krisen-PR und des Krisenmanagements extern beraten lasse?
Externe Krisenmanager:innen bringen neben ihrer Krisenerfahrung insbesondere Kompetenz im Bereich strukturierter Lösungsfindungs- und Entscheidungsprozesse mit. Erster Schritt im sogenannten Führungsrhythmus ist die Erstellung eines gemeinsamen Lagebildes. Diese Lage bildet die Grundlage für spätere Entscheidungen. Es gibt Krisenereignisse, bei denen die Lage zunächst nicht klar ist. Dann müssen im Rahmen der Sofortmaßnahmen weitere Informationen eingeholt werden. Auf die Lagefeststellung folgt die Lagebewertung. Sie wiederum bildet die Grundlage für Entscheidungen und für spätere Optionenfindungen. Sind diese Schritte erfolgt, so kann die Erstkommunikation formuliert werden. Auch hier ist der Berater oder die Beraterin involviert.
Welche Kompetenzen sollten gute Berater:innen mitbringen?
Aufgrund des Wandels der Medienlandschaft sollten externe Berater:innen neben Erfahrung im Krisenmanagement auch Krisenkommunikationskompetenz besitzen. Was früher getrennt war, muss heute integriert betrachtet werden. Der Grund? Jeder Smartphone-Nutzer ist heute in der Lage, Inhalte zu posten, zu teilen und zu liken. Das ist eine besondere Herausforderung im Krisenmanagement. Sobald ein Ereignisfall im Außen wahrnehmbar ist, ist er sofort in den Medien Thema. Das sind andere Dimensionen als noch vor ein paar Jahren, als noch Zeitungen Gatekeeper- und Deutungshoheit hatten. Krisen entwickeln sich heute in den Sozialen Medien. Externe müssen diese Kompetenz mitbringen. Letztendlich hat Krisenmanagement insbesondere auch das das Vertrauen in eine Organisation zu erhalten. Dieses Vorhaben gelingt nur über gute Kommunikation.
Kann ein Unternehmen eine Krise auch ohne externe Hilfe überstehen?
Natürlich! Und zwar insbesondere dann, wenn im Unternehmen selbst die Fähigkeit zur Resilienz gestärkt worden ist. Das bedeutet aber auch das Bemühen um personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen. Es muss eine ausgeprägte Kompetenz in den Bereichen Krisenkommunikation und Krisenmanagement vorherrschen. Wenn diese dann auch noch regelmäßig aktualisiert und trainiert wird, braucht es keine externen Berater:innen.
Welche konkreten Vorteile bringt mir diese integrierte Beratung?
Der größte Vorteil ist die Vermeidung von Schnittstellenverlusten. Wenn alles aus einer Hand kommt, entsteht ein ganzheitliches Verständnis. Krisenkommunikatoren können ohne die Entscheidungen des Krisenmanagements nicht arbeiten. Aber auch das Krisenmanagement ist auf die Arbeit der Krisenkommunikatoren angewiesen. Beide beeinflussen sich gegenseitig. Insofern ist beides aus einer Hand die bessere Variante.
Wie finde ich unter Hochdruck das richtige Angebot für mich und mein Unternehmen?
90% der Krisenfälle werden heute digital betreut. Wem eine persönliche Beratung wichtig ist, der sollte zunächst schauen, ob es einen Anbieter in der Nähe gibt. Anschließend gilt es zu prüfen, ob Krisenmanagement und Krisenkommunikation tatsächlich zu den Beratungsdienstleistungen gehören. Die Beratung sollte jedoch auch über Branchenkenntnisse verfügen. Im Kontext von Organisationen, die beispielsweise im Bereich der Chemie angesiedelt sind, ist auch eine Themenkompetenz von Bedeutung. Auch Referenzen der Beratung aus der eigenen Branche und den relevanten Themenfeldern sind ein guter Indikator. Nicht alle können alles können.
Ist es nicht schon zu spät für eine Beratung, wenn mein Unternehmen gerade mitten in einer Krise steckt?
Keineswegs! Es ist alles andere als unüblich, dass Unternehmen erst dann nach einer Beratung suchen, wenn es bereits „brennt“. Oft wird erst dann reagiert, wenn die ersten Schlagzeilen in der Presse zu lesen sind. Kompetente Krisenmanagement-Berater sind auf solche Fälle vorbereitet und können ohne lange Vorlaufzeit und Kenntnisse über den Kunden sofort starten.
Wie lange bleibt ein Berater im Unternehmen?
Ein Berater bleibt so lange, bis sich die Lage halbwegs stabilisiert hat. Im Durchschnitt zählen die ersten 48 bis 72 Stunden. Das ist ein ganz allgemeiner Richtwert. Danach wird die Einbindung sukzessive weniger, es sei denn die Krise hat die Dimensionen eines VW-Abgasskandals erreicht.