Eine Organisation, die sich mit Resilienz befasst, kommt nicht umhin, sich auch mit einem Resilienz fördernden Leitbild zu beschäftigen. Warum das so ist, welche Aufgabe ein solches Leitbild hat und wer an einem solchen Prozess beteiligt sein sollte, lesen Sie schnell und übersichtlich hier.
Was haben Leitbilder mit Resilienz zu tun?
Leitbilder sind das Fundament der Resilienz, weil sie quasi festlegen, wie Menschen in Organisationen zusammenarbeiten und auf welcher Wertekultur. Deswegen sind Leitbilder ein wichtiger Bestandteil. Wenn es aber schon Leitbilder in einer Organisation gibt, dann sollte man sich fragen, ob sie in der Realität gelebt werden und resilienzfördernd sind.
Wozu brauche ich überhaupt ein Leitbild?
Es ist für eine Organisation sehr sinnvoll zu wissen, wie man zusammenarbeiten möchte und welche Werte diese Zusammenarbeit ausmachen. Wenn die Leitbilder nicht definiert sind, kommt es in der Regel zu Konflikten. Leitbilder zeigen auf, wer die Organisation ist. Dieses Wissen konzentriert zu haben, schärft den eigenen Blick.
Reicht es nicht, wenn ich meinen Mitarbeitern ein gutes Gehalt zahle und viel Selbstbestimmung biete?
Die Studien sagen, dass es heute nicht mehr reicht, nur ein gutes Gehalt zu zahlen. Wir haben einen Arbeitnehmermarkt und die Kräfte sind knapp. Selbstbestimmung ist dagegen ein spannender Faktor, denn der spricht viele junge Menschen an.
Kann ich einen Leitbildprozess nicht auch selbst ins Leben rufen?
Als Teil der Organisation sind auch Sie selbst immer betroffen und Leitbildprozesse sind förderlich, wenn ein Externer einen zumindest durch den Prozess begleitet. Ein Leitbild muss aber nicht unbedingt von Extern geschrieben werden. Das kann ein Unternehmenslenker genauso gut machen. Es gibt auch Leitbildprozesse, bei denen Teile partizipativ gestaltet werden oder sogar solche, bei denen ein Leitbild komplett in Workshops und Gruppenformaten entsteht. All das ist Leitbild, aber es stehen völlig andere Prozesse dahinter und auch die Ergebnisse sind nicht immer gleich. Ein Leitbild-Prozess ist eine unternehmerische Entscheidung, bei der sich die Führungskraft vorher im klaren sein sollte, was gewollt ist.
Wie unterscheidet sich ein Leitbildprozess von einem Resilienz fördernden Leitbildprozess?
Bei Letzterem geht es darum, dass schon bekannt ist, was eine Organisation in der Zusammenarbeit braucht, um die eigene Resilienz zu stärken. Diese Maßnahmen müssen aber auch zum Leben erweckt und auch umgesetzt werden. Genau das ist die Herausforderung bei einem Resilienz fördernden Leitbildprozess: Nicht nur etwas aufschreiben, denn Papier ist bekanntlich geduldig. Ein solches Leitbild muss in der täglichen Zusammenarbeit gelebt werden.
Welche Mitarbeiter bzw. Abteilungen sollten in die Erarbeitung involviert sein?
In den häufigsten Fällen sind es die Chefetage, die Unternehmenskommunikation, die Unternehmensentwicklung und Human Ressources. Oft kommen aber auch Abteilungen hinzu, in denen bestimmte und wichtige Unternehmensbereiche verankert sind. Es gibt, wie Sie mittlerweile wissen, verschiedene Herangehensweisen, wie ein Leitbild entstehen kann. Das ist auch der Grund, warum die Konstellationen sehr individuell sind.
Was kostet ein solcher Leitbildprozess?
Das kommt darauf an, was im Leitbild steht und wie groß der Anteil ist, der noch ergänzt werden muss. Hinzu kommt der entscheidende Schritt, das Leitbild zum Leben zu erwecken. Das ist ein Prozess, der von Organisation zu Organisation sehr individuell ist. Daher kann er an dieser Stelle auch nicht einfach in einer allgemein gültigen Zahl definiert werden.